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Von Pferde- und Menschenflüsterern



Reiturlaub im Trattlerhof in den Kärntner Nockbergen

Dampfend steht der Atem der Pferde vor den Nüstern. Es ist frisch und früh am Morgen, als „Isi“, „Penge“ und Co. aus dem Stall geholt und gestriegelt werden. Es riecht würzig nach Harz und Heu, nach Stall . Wolkenfetzen hängen im Bergwald, der Himmel reißt auf und die Sonne setzt die Bergkulisse von Bad Kleinkirchheim in Szene. Ein schöner Tag zum Ausritt und ein idealer Ort dafür – Pferde und Reitsport haben im „Trattlerhof“ in Kärnten eine 370jährige Tradition. Könner kommen auf ihre Kosten und wer es lernen möchte, ist ebenfalls richtig. Was dazu kommt: Eine schöne Berglandschaft zum genussvollen und gemütlichen Ausreiten.

Reitlehrerin Petra holt zwei Pferde aus der Box. „Penge“, ein ungarischer Wallach, und „Matador“, Noriker-Wallach, werden geputzt, die Hufe ausgekratzt, aufgezäumt und gesattelt. „Diese Arbeit gehört dazu, so kommen sich Pferd und Reiter näher und können sich gegenseitig kennenlernen“, sagt sie. Tau glitzert in der Sonne und der Twengbach tost zu Tal, als die 23jährige Kärntnerin mit den Gästen den ersten Ausritt beginnt.

Heute soll es für eine Stunde in den Wald gehen, der steigt unmittelbar hinter dem „Trattlerhof“ an. Es ist eine stille, schöne Szenerie: Über den letzten Häusern von Bad Kleinkirchheim steigt aus den Schornsteinen Rauch vom Holzfeuer auf, mit Holzschindeln gedeckte Ställe begleiten die kleine Reitergruppe. Über einen Wirtschaftsweg geht es in den Wald – mächtige Tannen stehen hier zusammen mit Buchen, vereinzelte Lärchen dazwischen. Blätter rauschen, ein Kuckuck ruft.

Zu Pferd durch den Wald

Die Sonne hat sich endgültig durchgesetzt, die Pferde kennen die Wege, sind entspannt und auch derjenige, der lange nicht mehr im Sattel gesessen hat. „Oder noch nie zuvor, unsere Angebote richten sich sowohl an fortgeschrittene und erfahrene Reiter, wie auch an Anfänger“, erklärt Petra. Man merkt dem Team vom Reitstall an, mit welcher Freude und Leidenschaft sie ihr Können und Wissen weitergeben. Und Freude und Spaß sei den Gästen versprochen. Übrigens: „Wer  auf dem Pferderücken durch den Wald reitet, hat bessere Chancen, Tiere zu sehen als Wanderer.

Hirsch und Gams erkennen das Team nicht als einzelnen Mensch – vor dem sie fliehen würden -, sondern als etwas vor dem sie die Flucht nicht unbedingt ergreifen.“ Garantien, Tiere zu sehen, gibt es natürlich nicht, aber wer still ist und gemächlich dahinreitet, mag Glück haben. „Wenn es ab dem Herbst oben in den Bergen für die Gämsen nicht mehr genug zu fressen gibt, kommen sogar sie hinunter“, berichtet Petra. Hirsche leben unten im Wald und über die Bergwiesen gellen die Pfiffe der Murmeltiere. Mag sein, dass sie einen Adler entdeckt haben, der über ihnen am Himmel kreist.

Es ist ein lichter Bergwald, der südlich des „Trattlerhofes“ am Hang wächst. Aus den Felsen rinnt Wasser, zu Trinken haben die Pferde genug. Felsen ragen als freie Kanzel zwischen Bäumen auf. Ein schöner Waldweg mit wunderbarem Ausblick auf das Tal. Hier merkt man, was Genussreiten bedeuten kann – Panorama aus anderer Perspektive. Die kleine Gruppe ist wieder im Tal und folgt dem Bach zurück zum Stall, Vergissmeinnicht und Butterblumen leuchten in der Sonne, der Holunder steht in voller Blüte. Das war die Kennenlern-Tour – und morgen soll es höher hinauf gehen. Mal sehen, welchen Weg Reitlehrerin Petra findet. Was jetzt noch auf dem Programm steht, dürfte klar sein: selbstverständlich die Pferde zu säubern, abzusatteln. So kommt man sich schließlich näher und hat längst ein Lieblingspferd gefunden.

Bergritt mit Landschaftskino

Am kommenden Morgen geht es wieder südlich des „Trattlerhofes“ auf den Berg. Vorbei an der gemütlichen „Einkehr“, einer Hütte, die zum Hotel gehört und wo deftige Jausen serviert werden und gepflegte Gastronomie gelebt wird, geht es hinauf zur „Unterwirthüttn“; eine knappe Stunde hinauf auf den Berg. Über einer Bergwiese reicht der Blick ins Tal und wieder ist es Landschaftskino vom Feinsten, wieder ein Logenplatz auf dem Pferderücken. Der Forstweg führt durch einen Fichtenbestand und ein Bach plätschert munter.

Spechte hämmern, Amseln singen; bis auf das Schnauben der Pferde und das leichte Rauschen der Blätter im Wind ist es eine schöne Stille hier hoch über Bad Kleinkirchheim. Der Wald wird lichter, mit Birken, Lerchen, Erlen, darin weidet Braun-Weißes-Fleckvieh, die Kühe schauen den Reitern hinterher. Ein alter Kirschbaum steht auf einer Waldweide und in den steinernen Trog fließt Wasser. Im Sommer und Herbst leuchten hier sonnensatt Walderdbeeren, Blaubeeren und Brombeeren.

Es geht immer höher hinauf zur „Unterwirthüttn“, der Blick hinab und hinüber in die Nockberge ist grandios, von der Kirche St. Ulrich unten im Tal weht ferner Glockenschlag vorüber. Der Wald wird immer mehr von Weiden und Almen zurückgedrängt. Es ist steil geworden, die Pferde schwitzen, weißschäumend wütet ein Bach von Irgendwo nach Nirgendwo. Wer eine Pause braucht, setzt sich auf die urigen Holzbänke der „Unterwirthüttn“ und gönnt auch seinem Pferd eine Auszeit. Die Gastwirtschaft ist ein schmuckes Haus aus Holz, lädt zur Einkehr.

Pferdeflüsterer kennen sich auch mit Menschen aus

Die Leute vom „Trattlerhof“ schauen sich sehr genau an, was wem – und vor allem den Pferden an Reitern – zugemutet werden kann. Und sie haben einen Blick dafür, wer unten am Stall versuchshalber aufs Pferd gesetzt werden könnte. Wem Reiten Freude machen könnte. Lief der Autor dieser Zeilen bislang zu Fuß nebenher, ist er nun neugierig geworden. Sieht doch alles ganz einfach aus, und Natur einmal vom Pferderücken zu genießen, das hätte was. Die erste Reitstunde ist verabredet; „London“, ein Noriker wird vom Personal gesattelt. Schon im Sattel und dann einen Rhythmus finden, Petra longiert, und in der Gangart Schritt läuft alles prima.

Nach Schritt kommt Trab und sie mutet es dem Autor zu. Auch hier ist der Rhythmus schnell gefunden, kurioserweise im Aussitzen des Trabs, was Anfänger normalerweise überhaupt nicht mögen. Dem Pferd ist´s egal und der Reiter muss es schließlich aushalten. Guter Sitz, guter Rhythmus, es ist passabel. „Und nach ein paar Reitstunden, kannst Du mit zum Ausritt kommen“, verspricht Petra. Wer noch nie geritten ist, kann nicht mal einfach so aufs Pferd und mitausreiten. Wer das aber tun möchte, sollte es unbedingt einmal versuchen. Es lohnt sich, es hat was Erhabenes vom Pferderücken aus.

Jahrhunderte an Gastgebertradition

Das Gutshaus, die Keimzelle des Trattlerhofes, wurde vor einem halben Jahrtausend erstmals erwähnt, das Schank- und Braurecht haben sie seit 370 Jahren. Jakob Forstnig führt zusammen mit der Familie den Betrieb in fünfter Generation. Das Haus lebt auch von seiner ländlichen Gemütlichkeit, verbunden mit modernen Zimmern in traditionellem Charakter ergibt das ein echtes, alpines Lebensgefühl. Kommt hinzu, dass sich ausgesprochen herzliche und authentische Mitarbeiter um das Wohl der Gäste kümmern.

Reiten hat einen großen Stellenwert im „Trattlerhof“: Der neue und moderne Reitstall steht direkt am Übungsgelände und der Koppel. Ein Paradies für die Schulpferde und die Gäste. Und auch, weil die stillen Wege um Bad Kleinkirchheim ideal zum Reiten sind – wunderschönes alpines Panorama inklusive. Longe- und Reitunterricht werden ebenso wie mehrtägige Packages mit dem Schwerpunkt Reiten angeboten, es stehen mehrere Ausrittsrouten zur Verfügung.

Die Reitangebote des „Trattlerhofes“ richten sich sowohl an Anfänger, als auch an Fortgeschrittene. Bevor es zum ersten Ausritt kommt, überprüfen die Mitarbeiter allerdings das Können des Gastes. Vom wuchtigen Noriker-Wallach mit Stockmaß (Schulterhöhe) 1,70 Meter über die Island-Stute „Isi“ mit Stockmaß 1,45 Meter bis hin zu Ponys ist für jeden Gast und Körpergröße ein Reitpferd da. Und Kinder erfreuen sich an den Ponys, die an der Hütte „Einkehr“ stehen – hier lernen sie Ponys hautnah kennen; sie zu füttern und zu striegeln. Besonders romantisch ist ein abendlicher Fackelmarsch mit den Ponys vom Hotel zur Hütte (sie liegt im Dorf) – und in der „Einkehr“ erwartet den Gast ein gediegener Hüttenzauber. www.trattlerhof.at

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