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Typen im Schnee – Die Rezeptionistin



Redaktionell verfasste Medieninformation. Der Abdruck von Text und Fotos ist honorarfrei.

Typen im Schnee: So heißt eine Serie, in der wir Menschen vorstellen, die beruflich oder privat ausgesprochen eng mit dem weißen Metier verbunden sind. Heute: Marissa Gell, Hotel-Rezeptionistin in Obertauern im Salzburger Land.

MENSCHEN IM HOTEL

Marissa Gell ist Rezeptionistin – „auf dem Sprung zur Chef-Rezeptionistin“. Das heißt: dass sie den Karrieresprung bei Erscheinen dieses Textes vielleicht bereits vollzogen hat. Sie wird dann auch für die Online-Vermarktung des 4****-Hotels Kohlmayr Royal in Obertauern zuständig sein. Zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben, die da wären: Gästebetreuung, Check-in, Check-out, Beschwerden, Telefon, E-Mail-Verkehr und anderes. Marissa Gell (26) wird dann aber trotz des erweiterten neuen Tätigkeitsbereichs nicht weniger Skifahren als vorher. Denn weniger als sie fährt, geht nicht. Weil unvorstellbar – aber wahr: Marissa Gell arbeitet in einem der Ski-intensivsten Orte der Alpen – und fährt Nullkommanull Ski.

„Die Zeit dazu hätte ich“, sagt sie. „Aber da würde die Angst bei mir mit fahren, dass ich mich verletze. Darum lasse ich es bleiben. Denn ein Unfall würde eine lange Ausfallzeit bedeuten.“ Und den will sie sich weder als Rezeptionistin noch als Chefrezeptionistin einhandeln. Stattdessen nützt sie ihren freien Tag für: Lang schlafen, Post, Bank, Arzt etc. Und zwar nicht in Obertauern, sondern in Tamsweg. Dies ist ihr – 28 km entfernt gelegener – Heimatort. Von dort aus düst sie mit dem Auto jeden Arbeitstag den Tauernpass nach Obertauern hinauf.

Jener Arbeitstag währt entweder von 8 bis 17 Uhr oder von 13 bis 22 Uhr. Und „nicht jeder Tag ist gleich. Das ist das Schöne an meinem Job, die Abwechslung. Ich habe genau das, was ich wollte: einen Büro-Beruf – aber Kontakt mit Menschen. Wobei einige Stammgäste fast schon keine Gäste mehr sind, sondern Freunde.“

Entstehen jedoch auch Situationen, da diese Urlauber auf die Nerven gehen? „Natürlich gibt es auch solche Tage, an denen man sich denkt: ‚Jetzt kommt der schon WIEDER! Was will er denn JETZT schon wieder!?!’ Das ist aber dann keine grundsätzliche Sache, sondern bezieht sich nur auf bestimmte Personen. Man muss dann aufpassen, dass man das nicht auf die nächste Person, welche eine Maus zum Elefanten macht, überträgt.“

Methode?

„Man muss dann einfach die Ruhe bewahren und die Meinung für sich behalten und schön lächeln und sagen: ;Wir machen das für Sie’.“ Besonders spannend: „Die Spätschicht am Samstag, in der ein großer Gästewechsel stattfindet – da sieht man nicht mehr auf die Uhr, so rasch rennt die Zeit dahin. Aber wenn es – an anderen Abenden – ruhiger zu geht, wird der Spätdienst schon lang. Denn man kann ja trotzdem nichts anderes machen – Lesen zum Beispiel.“

Sechs-Tage-Woche im Winter und 4,5-Tage-Woche im Sommer – im Urlaub geht es dann nach Berlin oder Italien oder so. Weg vom Schnee. Und mal weg vom Job. Der auch seine traurigen Tage kennt: „Wenn zum Beispiel Gäste abreisen müssen, weil zu Hause ein Todesfall passierte. Und letzten Winter ist einer unserer Gäste unter eine Lawine gekommen und gestorben. Wenn man dann die Angehörigen sieht…“

Da seht sie lieber Obertauern. „Die Kulisse.“ Die empfinde sie als das Schönste von Obertauern. „Wenn man bei uns im Hotel hinten bei Traumwetter ’raus schaut – das ist fast schon kitschig!“. Außerdem liebt sie „die Events, die hier statt finden – egal ob Gamsleiten-Kriterium, Opening-Konzert oder Fridge-Festival – da kommt einfach ein besonderes Publikum ins Hotel!“. Und nach dem Dienst „kann ich dann noch selbst zur Veranstaltung gehen.“

Aber aufpassen, Marissa – ja nicht ausrutschen auf dem Weg! Sonst droht vielleicht ein langer Ausfall. Und dann hätte sie gleich zum Skifahren gehen können.

Infos: www.obertauern.com

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